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Endokrinologie
  Presseinformationen
 
 
01.10.2001 - Osteoporose: ein Stiefkind der deutschen Medizin?
 
Nur 15% aller Patienten erhalten überhaupt eine Behandlung.


19. Oktober 2001, Stellungnahme der Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (Hormonspezialisten) zum Weltosteoporosetag am 20.10.01. Die Weltgesund-heitsorganisation rechnet die Osteoporose (Knochenschwund mit der Folge von Knochenbrüchen bei Bagatelltrauma) zu den 10 wichtigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland gibt es mindestens 3 Millionen betroffene und 10 Millionen gefährdete Personen, besonders Frauen nach dem Klimakterium. Das Risiko einer Frau, an Osteoporose zu er-kranken, beträgt 30%.

Lange Zeit war die Behandlung der Osteoporose schwierig, da keine wirksamen Medikamente zur Verfügung standen. Inzwischen sind eine Reihe hochpotenter Substanzen entwickelt worden, die die Osteoporose prinzipiell heilbar machen. Kombiniert mit der sehr wichtigen Vorbeugung der Osteoporose durch körperliche Bewegung und richtige Ernährung ist es heutzutage möglich, bei schwerer Osteoporose weiter Knochenbrüche zu verhindern. Allerdings zeigt sich, dass in Zeiten gedeckelter Arzneimittelbudgets wirksame, aber teure Osteoporosemedikamente zu selten eingesetzt werden. Beunruhigend ist, dass nur 15% aller Betroffenen überhaupt einer Therapie zugeleitet werden. Im Vergleich zu anderen Volkskrankheiten wie Herzinfarkt und Krebserkrankungen wird offensichtlich die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Osteoporose massiv unterschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Endo-krinologie fordert deshalb, dass im bundesdeutschen Gesundheitssystem die Voraussetzungen für eine optimale Betreuung von Osteoporose-Patienten geschaffen werden.