Neue Untersuchungen zeigen, daß bei bis zu 10% aller Hypertoniepatienten die Erkrankung heilbar ist
Die Untersuchungen werden auf der 5. Nebennierenkonferenz in Freiburg vom 19. 01. bis 21. 01. 2001 vorgestellt. Die Konferenz wird geleitet von Prof. Dr. Martin Reincke.
Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten überhaupt. Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga zufolge in Deutschland leiden 20 % der Gesamtbevölkerung (d.h. 16 Millionen Bundesbürger!) an einem dauerhaft erhöhten Bluthochdruck. Bei den über 50jährigen sind es sogar mehr als 50%. Bei vielen Betroffenen ist die Erkrankung nicht bekannt oder nicht behandelt, mit fatalen Folgen: Herzkreislauferkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzversagen und Arterienverschlüsse der Beine, durch den erhöhten Blutdruck hervorgerufen, sind weiterhin die Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Und: die Behandlung der Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks verursacht pro Jahr Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe.
Nur bei wenigen Patienten liegt nach bisheriger Auffassung eine heilbare Form der Blutdruckerkrankung vor. Die Mehrzahl benötigt eine lebenslange medikamentöse Therapie. Neue Untersuchungen, die von Prof. Reincke vorgetragen werden, zeigen allerdings, daß bei bis zu 15% aller Hochdruckpatienten eine krankhafte Mehrbildung des Nebennierenbotenstoffs Aldosteron vorliegt. Ursache sind gutartige Tumore der Nebenniere Aldosteron-produzierende Adenome), deren operative Entfernung mit schonender ‚Knopflochchirurgie' heutzutage problemlos möglich ist. Mit der Normalisierung des Blutdrucks durch die Operation erübrigt sich dann die lästige Medikamenteneinnahme. Noch wichtiger: die gefährlichen Folgen der Bluthochdruckerkrankung treten nicht auf. Damit ergibt sich eine wichtige Änderung bei der Betreuung von Hochdruckpatienten: Entsprechend des ärztlichen Leitspruchs "Vor einer Behandlung muß immer erst die Diagnose gesichert werden" sollten alle Patienten mit Bluthochdruck auf das Vorliegen einer gestörten Aldosteronbildung untersucht werden. Dies kann durch eine simple Blutentnahme erfolgen.
Diesem Thema und anderen wichtigen Problemen rund um die Nebenniere widmet sich die 5. Nebennierenkonferenz unter Leitung von Prof. Dr. Martin Reincke. Über 100 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden hierfür in Freiburg erwartet. Wenn Sie mehr Informationen wünschen, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Frau Heidi Wahl, Büro für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, München Telefon: 089/69340122; Fax: 089/ 69388911
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