Bochum, Januar 2004 – Das 48. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) findet vom 3. bis 6. März 2004 in Dresden statt. Der Kongress richtet sich vor allem an Ärzte und Wissenschaftler, die sich mit endokrinologischen Krankheitsbildern befassen. Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Osteoporose gehören dazu ebenso wie Schilddrüsenkrebs oder Riesenwuchs – die so genannte Akromegalie. Referenten aus dem In- und Ausland diskutieren im Hörsaalzentrum der Technischen Universität (TU) Dresden neueste Erkenntnisse aus Klinik und Praxis.
Die Endokrinologie ist in zahlreichen Fächern verankert. Beispielsweise in der Inneren Medizin, Chirurgie, Neurologie, Genetik und Frauen-, Kinder- oder auch Männerheilkunde. Tagungspräsident Professor Dr. rer. nat. Günter Vollmer stellt deshalb besonders die interdisziplinäre Position des Faches heraus: „Die Endokrinologie ist eines der letzten großen Querschnittsfächer“, betont der Direktor des Instituts für Zoologie, Molekulare Zellphysiologie und Endokrinologie der TU Dresden. Dies gelte vor allem in einer von hoch spezialisierten Disziplinen dominierten wissenschaftlichen Welt, so der Biologe.
Eine wichtige Rolle spielen auf dem Kongress auch aktuelle Fragestellungen, die sowohl medizinisch als auch gesellschaftlich bedeutend sind. Mehrere Vorträge und Symposien behandeln beispielsweise das Thema Fettleibigkeit. „Adipositas gilt als die gesundheitspolitische Herausforderung“, gibt Professor Vollmer zu bedenken. Etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung sind adipös. Sogar mehr als die Hälfte der Deutschen sind übergewichtig. Diabetes, Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit sind nicht selten eine Folge von Adipositas. Denn sie stört den Fett- und Zuckerhaushalt der Betroffenen und verursacht Bluthochdruck. Eine Kombination dieser Symptome ist das so genannte metabolische Syndrom. Als „fortschreitende Epidemie im 21. Jahrhundert“ ist es ebenfalls Thema einer Veranstaltung auf dem Kongress.
Mehr als 40 Experten referieren in der TU Dresden. In 12 Hauptsymposien, 70 Vorträgen und mehr als 200 Postern erörtern sie Themen aus Grundlagenforschung und angewandter Endokrinologie. Begleitend stellen zahlreiche pharmazeutische, diagnostische und medizintechnische Firmen ihre Produkte vor.
Endokrinologie ist die Lehre von Aufbau und Funktion der endokrinen Drüsen. Diese Drüsen sondern ihre Produkte – meist Hormone – direkt in das Gefäßsystem ab. Im Gegensatz zu beispielsweise Talg- oder Schweißdrüsen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft derjenigen, die in diesem Bereich forschen, lehren oder ärztlich tätig sind. In diesem Jahr feiert sie ihr 40-jähriges Bestehen. Das jährlich stattfindende Symposium soll den fachübergreifenden Meinungs- und Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Endokrinologie fördern.
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