Sektion Nebenniere, Steroide und Hypertonie

EURADRENAL

European Addison's disease research consortium and networking

Euradrenal - ein Projekt von zwölf Partnern aus sieben europäischen Ländern - hat sich zum Ziel gesetzt, die Pathogenese und den natürlichen Verlauf des Morbus Addison besser zu verstehen, somit zu einer Verbesserung von Diagnostik und Therapie beizutragen und möglichst Strategien zur Prävention für Hochrisikopersonen zu entwickeln. Das Euradrenalprojekt gliedert sich in verschiedene Einzelprojekte:

Anhand von Untersuchungen an Hunden, die spontan an Morbus Addison leiden, und an einem eigens entwickelten Mausmodell sollen die genetischen Veränderungen, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen, identifiziert und charakterisiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entschlüsselung der zellulären und molekularen Mechanismen der gegen den adrenalen Kortex gerichteten Autoimmunität. Diese werden sowohl bei Menschen mit Morbus Addison als auch im genetischen Mausmodell untersucht. Zudem wurde ein Fragebogen zur Lebensqualität von Patienten mit Morbus Addison entwickelt.

Zum besseren Verständnis der Erkrankung erstellt die Frankfurter Arbeitsgruppe derzeit ein deutschlandweites Register mit klinischen, epidemiologischen und genetischen Daten von Patienten mit Morbus Addison (German Addison Register - GeAR) und komplexen polyglandulären Autoimmunsyndromen. Dieses Register soll Teil eines europaweiten Registers werden. Erfaßt werden sollen auch Angehörige ersten Grades von Patienten mit Morbus Addison, die auf adrenale Autoantikörper hin gescreent werden, und so als mögliche Risikopersonen für die Entstehung der Erkrankung identifiziert werden können. Weitere Informationen finden sich unter www.euradrenal.org.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Frankfurter Arbeitsgruppe ist die Analyse der Gene des Vitamin D-Systems, das in der Regulation von Immunität und Autoimmunität eine wichtige Rolle spielt. In einer neuartigen Studie (ViDDA1) möchten wir den Einfluß einer hochdosierten Vitamin D-Substitution auf die humorale Immunität und die Lymphozyten-Funktion bei Patienten mit innerhalb der letzten zwei Jahre neu diagnostiziertem Morbus Addison oder Typ 1 Diabetes mellitus untersuchen.

Kontaktpersonen:
Prof. Dr. Klaus Badenhoop, badenhoop@em.uni-frankfurt.de
Dr. Gesine Meyer, gesine.meyer@kgu.de