DGE-Medienpreis 2026: Früherkennung von Typ-1-Diabetes und seltene Knochenerkrankung im Fokus

69. Deutscher Kongress für Endokrinologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) vom 11. bis 13. März 2026 in Weimar

Weimar, März 2026 – Zum zehnten Mal vergibt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) ihren Medienpreis, mit dem sie besonders gelungene journalistische Beiträge zu Erkrankungen des Hormonsystems und Störungen des Stoffwechsels würdigt. In diesem Jahr hat die Jury drei Preisträger ausgezeichnet: Hanna Grabbe und Martin Spiewak für ihren Beitrag „Dein Sohn wird krank. Nur wann?“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT sowie Lukas Rieckmann für die Podcastfolge „Ständige Müdigkeit und Schmerzen: Was zerstört Ctefans Knochen?“ aus dem Podcast „Abenteuer Diagnose – der Medizin-Krimi-Podcast“ in der ARD Audiothek. Verliehen wurde der mit je 2000 Euro dotierte DGE-Medienpreis am 12. März 2026 im Rahmen des 69. Kongresses für Endokrinologie in Weimar.

Endokrinologische Erkrankungen betreffen Hormone sowie die Drüsen und Gewebe, in denen sie gebildet werden. Da Hormone zahlreiche Stoffwechsel- und Anpassungsprozesse im Körper steuern, reicht das Spektrum entsprechender Erkrankungen von weit verbreiteten Volkskrankheiten bis hin zu seltenen und oft schwer zu diagnostizierenden Störungen. „Zu den hormonell bedingten Erkrankungen zählen etwa Diabetes mellitus, Adipositas oder Osteoporose, aber auch seltene Erkrankungen, die lange unentdeckt bleiben können“, erklärt Privatdozentin Dr. med. Dr. jur. Birgit Harbeck, Mediensprecherin der DGE. „Gerade deshalb ist eine fundierte und verständliche Berichterstattung über diese Themen so wichtig.“

Typ-1-Diabetes: Früherkennung im Fokus

Den DGE-Medienpreis in der Kategorie Print erhielten Hanna Grabbe und Martin Spiewak für ihren Beitrag „Dein Sohn wird krank. Nur wann?“. Darin beschäftigen sich die Autorin und der Autor mit der Frage, ob Kinder auf ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes getestet werden sollten. Anhand persönlicher Geschichten von betroffenen Familien sowie aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse beleuchtet der Beitrag die Möglichkeiten der Früherkennung dieser Autoimmunerkrankung. Gleichzeitig zeigt er, welche medizinischen Chancen ein frühzeitiges Screening bieten kann – etwa um schwere Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden – und welche ethischen und emotionalen Fragen eine solche Diagnose lange vor dem eigentlichen Krankheitsausbruch aufwirft. Nach Ansicht der Jury gelingt es dem Beitrag in besonderer Weise, komplexe medizinische Zusammenhänge verständlich darzustellen und zugleich eine gesellschaftliche Debatte differenziert einzuordnen.

Der lange Weg zur Diagnose

Der DGE-Medienpreis in der Kategorie Online ging an Lukas Rieckmann für die Podcastfolge „Ständige Müdigkeit und Schmerzen: Was zerstört Ctefans Knochen?“. Der Beitrag schildert die jahrelange Suche nach der Ursache schwerer Knochenschmerzen eines Patienten. Erst nach zahlreichen Untersuchungen wird eine tumorinduzierte Osteomalazie diagnostiziert – eine seltene Erkrankung, bei der ein Tumor über hormonelle Mechanismen den Knochenstoffwechsel stört. Der Podcast veranschaulicht den komplexen diagnostischen Prozess und zeigt, wie schwierig die Aufklärung seltener Erkrankungen sein kann. Zugleich macht er deutlich, wie wichtig es ist, ausreichend ausgebildete Fachärzte für Endokrinologie und Diabetologie in Deutschland zu haben. Gerade hier besteht im Vergleich zu unseren Nachbarländern eine prekäre Situation, wie Prof. Dr. rer. nat. Jan P. Tuckermann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) und Leiter des Instituts für Molekulare Endokrinologie und Physiologie an der Universität Ulm, erläutert. Zugleich vermittelt dieser Beitrag verständlich, welche Rolle Hormone und Stoffwechselprozesse bei solchen Krankheitsbildern spielen.

„Die ausgezeichneten Beiträge zeigen eindrucksvoll, wie hochwertiger Wissenschaftsjournalismus komplexe medizinische Themen verständlich vermitteln kann“, so Harbeck. Auch Prof. Dr. rer. nat. Jan P. Tuckermann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) und Leiter des Instituts für Molekulare Endokrinologie und Physiologie an der Universität Ulm, betont die Bedeutung fundierter Gesundheitsberichterstattung: „Diese Beiträge zeigen die ganze Bandbreite endokrinologischer Themen – von der Früherkennung einer Volkskrankheit wie Typ-1-Diabetes bis hin zur Diagnose einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Beide Beiträge machen deutlich, wie wichtig eine verständliche und sorgfältig recherchierte Berichterstattung für das Verständnis solcher Erkrankungen ist.“

Über den Medienpreis

Für den DGE-Medienpreis 2025/2026 waren zahlreiche journalistische Beiträge aus unterschiedlichen Medienformaten eingereicht worden. Die Jury zeichnete Arbeiten aus, die sich durch sorgfältige Recherche, eine verständliche Darstellung komplexer medizinischer Zusammenhänge und eine hohe journalistische Qualität auszeichnen. Mit dem DGE-Medienpreis würdigt die Fachgesellschaft journalistische Arbeiten, die dazu beitragen, medizinische Forschung, Diagnostik und Therapie im Bereich der Endokrinologie einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu vermitteln.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.dge2026.de

Links zu den ausgezeichneten Beiträgen

Zum ZEIT-Beitrag „Dein Sohn wird krank. Nur wann?“ von Hanna Grabbe und Martin Spiewak:
www.zeit.de/2025/30/diabetes-frueherkennung-blutzucker-diagnostik-praevention

Zur Podcastfolge „Ständige Müdigkeit und Schmerzen: Was zerstört Ctefans Knochen?“ von Lukas Rieckmann:
www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:9f0a6512f253af0e/

Kontakt für Rückfragen

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Priv.-Doz. Dr. med. Dr. jur. Birgit Harbeck (Mediensprecherin)
Sophia Suckel
Postfach 331120
D-70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931330686

www.endokrinologie.net


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