Schoeller-Junkmann-Preis der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie vergibt seit 1966 jährlich auf der Jahrestagung der Gesellschaft den Schoeller-Junkmann-Preis. Namensgeber dieser Auszeichnung sind die beiden Forscher Walter Schoeller und Karl Junkmann.

Walter Schoeller wurde am 17. November 1880 in Berlin geboren. Er studierte nach seinem Abitur im Jahre 1899 an den Universitäten in Bonn und Berlin Chemie. Schoeller promovierte im Jahre 1906. Anschließend forschte er über quecksilberorganische Verbindungen zur Herstellung antisyphilitischer Mittel. Nach dem Krieg wurde er 1919 außerordentlicher Professor für Chemie an der Universität Freiburg, kehrte dann aber nach Berlin zurück, wo er die Leitung der wissenschaftlichen Laboratorien der Firma Schering-Kahlbaum AG übernahm. Schoeller überführte durch katalytische Hydrierung Östrogen in Östradiol und bewies dabei, dass es sich hierbei um die physiologisch eigentlich wirksame Form des Östrogens handelt. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Isolierung von Desoxycorticosteron, womit er dessen Wirkung als Glucocorticoid charakterisierte, sowie die Isolierung und Charakterisierung glandotroper Hormone des Hypophysenvorderlappens. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Schoeller von 1946 bis 1956 das private "Forschungsinstitut für Medizin und Chemie" in Heiligenberg am Bodensee. Hier verbrachte er auch seine letzten Lebensjahre und verstarb am 25. Juli 1965 in Konstanz.

Karl Junkmann arbeitete ebenfalls bei der Firma Schering-Kahlbaum und konnte 1932 experimentell nachweisen, dass die gonadotrope Funktion der Hypophyse von einem Zentrum im zentralen Nervensystem gesteuert wird.

Im Gedenken an ihre beiden Mitarbeiter Walter Schoeller und Karl Junkmann stiftete die Firma Schering AG von 1966 bis 2009 den "Schoeller-Junkmann-Preis" der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie für in Europa tätige Endokrinologen unter 40 Jahren für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Endokrinologie. Nach der Fusion von Schering mit Bayer und dem damit verbundenen Rückzug von Schering führt die DGE diesen traditionsreichen Preis mit Unterstützung durch andere Sponsoren weiter. Derzeit wird der Preis von der Firma Ipsen Pharma GmbH, Ettlingen unterstützt.

Schoeller-Junkmann-Preis 2017

EUR 12.000
Unterstützt von / Supported by:
Ipsen Pharma GmbH, Ettlingen

Gebiet / Area:
Gesamte Endokrinologie (außer Diabetes und Schilddrüse) / Clinical and experimental endocrinology (excluding diabetology and thyroidology)

Bewerber / Applicants:
Die Bewerber müssen ihre Arbeit in Europa durchgeführt haben und dürfen nicht älter als 40 Jahre sein. / Applicants must have performed their work in Europe and not be over 40 years of age.

Deadline:
10.01.2017

Einzureichen bei / To be submitted to:
Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
Geschäftsstellenleiter Herr Martin Then
Hopfengartenweg 19, 90518 Altdorf
Email: then@endoscience.de

Statuten

1. Für die wissenschaftliche und finanzielle Förderung von Endokrinologen wird jährlich ein Betrag zur Prämiierung wertvoller Originalarbeiten auf dem Gebiet der Endokrinologie (außer Diabetes und Schilddrüse) zur Verfügung gestellt. Die Jury kann in Ausnahmefällen beschließen, den Preis zu teilen.

2. Europäische Bewerber, die ihren Tätigkeitsbereich zum Zeitpunkt der Einreichung der Arbeit befristet auch außerhalb von Europa haben können, und die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, senden Manuskripte ihrer Arbeiten in englischer oder deutscher Sprache (entweder als gedrucktes Originalexemplar oder in elektronischer Form, im PDF- oder Word-Format an dge@endokrinologie.net) bis jeweils zum 14. Dezember des Vorjahres der Preisverleihung an die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die Bewerbung um den Schoeller-Junkmann-Preis schließt die Bewerbung um einen anderen Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie mit derselben Arbeit aus.

3. Es kommen sowohl klinische wie experimentelle Arbeiten aus den verschiedenen Gebieten der Endokrinologie zur Prämiierung. Der Umfang der eingereichten Arbeiten darf 25 Seiten zu 30 Zeilen nicht überschreiten. Der darin eingeschlossene Anteil der Abbildungen und Tabellen soll nicht mehr als 1/3 des Gesamtumfanges der Arbeiten betragen. Das Manuskript muss in englischer oder deutscher Sprache nach den Richtlinien einer wissenschaftlichen Zeitschrift abgefasst werden. Die Nutzungsrechte bleiben ausschließlich bei dem Urheber. Nach Bestätigung des Eingangs kann der Autor seine Arbeit einer Zeitschrift zur Veröffentlichung anbieten.

4. Die Zahl der Autoren der Preisarbeit darf nicht mehr als zwei betragen. Sollten an einer Arbeit mehr Mitarbeiter mitgewirkt haben, soll die Arbeitsgruppe entscheiden, welche beiden Hauptautoren für diese Preisarbeit genannt werden, ggf. muss eine schriftliche Zustimmung der übrigen Autoren (z.B. bei einer im Anschluss an den Versand als Preisarbeit erfolgten Einreichung bei einer Zeitschrift) erfolgen. Jeder Preisarbeit sind die Lebensläufe mit wissenschaftlichem Werdegang des (der) Autors (Autoren) beizufügen. Hierbei muss schriftlich von dem (den) Autor(en) versichert werden, dass das Manuskript zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht in einer anderen Zeitschrift publiziert bzw. zur Publikation eingereicht worden ist (Ausnahme: publizierte Abstrakts).

5. Über die Preisverteilung entscheidet eine Jury. Die Jury kann die Verleihung des Preises aussetzen, wenn keine preiswürdige Arbeit vorliegt. Die Entscheidung der Jury ist für alle Beteiligten verbindlich. Wird der Preis nicht vergeben, kann die Preissumme im darauffolgenden Jahr ausnahmsweise für zusätzliche preiswürdige Arbeiten zur Verfügung stehen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

6. Die Jury setzt sich zusammen aus den Vorstandsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und einem Repräsentanten der Firma Ipsen Pharma GmbH. Andere Gutachter (ohne Stimmrecht) können bei der Beurteilung hinzugezogen werden. Vorsitzender der Jury ist der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

7. Die Jury entscheidet mit 2/3 Mehrheit. In Ausnahmefällen können schriftlich begründete Entscheidungen von nicht anwesenden Jurymitgliedern berücksichtigt werden. Ein Mitglied der Jury wirkt bei der Beurteilung einer Arbeit nicht mit, wenn diese aus seinem eigenen Arbeitskreis stammt. In diesem Fall kann der Präsident ein anderes Mitglied der Gesellschaft aus demselben Fachgebiet in die Jury berufen.

8. Die Preisverteilung erfolgt in der Regel auf der jeweiligen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

9. Der Präsident der Gesellschaft wird bei dieser Gelegenheit zur Bewerbung um den nächstjährigen Preis auffordern. Sekretär und Mediensprecher der Gesellschaft veranlassen mehrsprachige Aufforderungen zum Wettbewerb in der medizinischen Fachpresse.