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Sektion Nebenniere, Steroide und Hypertonie
Ziele der Sektion und aktuelle Initiativen
Die Sektion Nebenniere, Steroide und Hypertonie der DGE macht es sich zur Aufgabe, eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch zu bieten, die die Koordination von multizentrischen klinischen Studien, sowie von Konsensus- und Register-Initiativen erleichtert. Dazu wird in zweijährlichem Wechsel die Deutsche Nebennierenkonferenz veranstaltet. Alternierend hierzu organisiert die Sektion ein Studientreffen, in dem die Vorstellung klinischer und wissenschaftlicher Studien im Planungs- bzw. Rekrutierungsstadium ermöglicht wird. Die thematische Planung und Ausrichtung eines Symposiums der DGE-Jahrestagung ist vorgesehen.
Aktuelle klinische Studien, Konsensus - Initiativen und Aufbau klinisch/wissenschaftlicher Register
- FIRM-ACT (Fassnacht/Allolio)
The First International Randomized trial in locally advanced and Metastatic Adrenocortical Carcinoma Treatment ist eine internationale Initiative unter europäischer Führung. Federführend verantwortlich für das Protokoll zeichnen Martin Fassnacht, Massimo Terzolo und Britt Skogseid. Martin Fassnacht ist auch internationaler Studienkoordinator und Bruno Allolio einer der beiden europäischen Koordinatoren.
Das Protokoll, auf das sich die internationalen Teilnehmer während einer Konferenz in Würzburg im März 2004 abschließend geeinigt haben, ist ein randomisierter Vergleich von Mitotane + Cisplatin/Etoposid/Doxorubicin versus Mitotane + Streptozocin in Patienten mit chirurgisch nicht komplett resezierbarem Nebennierenrindenkarzinom. Diese Phase-III-Studie stellt die erste Möglichkeit überhaupt dar, für diese seltene Erkrankung eine Therapie-Studie durchzuführen, die eine Chance auf ausreichende statistische Aussagekraft hat und absehbar zu einer international anerkannten Standardtherapie führen dürfte.
Der erste Patient wurde im Jahr 2004 eingeschlossen, aktuell (Stand März 2008) sind ca. 180 Patienten registriert. FIRM-ACT war damit bereits innerhalb der ersten 2 Jahre die größte jemals beim NNR-Karzinom durchgeführte klinische Studie. Um ausreichend statistische Power zu erzielen, müssen 300 Patienten eingeschlossen werden, so dass ein Abschluss der Rekrutierung nicht vor 2010 erwartet wird. In Deutschland nehmen aktuell folgende Zentren an der Studie teil: Berlin, Düsseldorf, Dresden, Essen, Hannover, Heidelberg, Magdeburg, Mainz, München und Würzburg. Seit Ende 2005 wird die Studie durch das BMBF gefördert. Interessierte Kollegen, die Patienten mit Nebennierenrinden-Karzinom betreuen, können sich für weitere Auskünfte an Martin Fassnacht fassnacht_m@medizin.uni-wuerzburg.de oder Bruno Allolio allolio_b@medizin.uni-wuerzburg.de wenden. Das Studienprotokoll und weitere Informationen sind unter www.firm-act.org erhältlich.
- Nationales Conn-Register (Diederich, Quinkler, Rump, Reincke)
Im Rahmen eines ersten Studientreffens im Juli 2006 in München wurde das Nationale Conn-Register initiiert. Dieses gliedert sich in einen retrospektiven und einen prospektiven Teil. Neben der standardisierten Erfassung der Diagnostik soll das Register die Grundlage zur Evaluation von Co-Morbiditäten und Follow-up unter Therapie (chirurgisch bzw. medikamentös) schaffen. Die Teilnahme am Register steht allen Hochdruckzentren, endokrinologischen Zentren und Praxen in Deutschland offen. Aktuell teilnehmende Studienzentren sind Berlin, Bochum, Freiburg, Mainz, München und Würzburg.
Nähere Informationen sind unter www.conn-register.de abgelegt.
- Deutsches Nebennierenrindenkarzinom-Register (Fassnacht/Allolio)
Diese Datenbank ist von der Würzburger Gruppe aufgebaut worden und zielt ab auf eine Erfassung der klinischen Daten möglichst der Mehrzahl aller deutschen Patienten mit Nebennierenkarzinom. Das Register besteht aus einem retrospektiven Teil, in den Patienten mit Erstdiagnose zwischen 1983 und 2003 eingeschlossen werden können, und aus einem prospektiven Teil. In die prospektive Analyse werden alle Patienten aufgenommen, die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose in das Register eingeschlossen werden.
Es gibt eine sehr instruktive Website zum Register www.nebennierenkarzinom.de und mit allen weiteren Fragen können sich Sektionsmitglieder, die Patienten mit Nebennierenrindenkarzinom betreuen, an die Koordinatoren Martin Fassnacht fassnacht_m@medizin.uni-wuerzburg.de oder Bruno Allolio allolio_b@medizin.uni-wuerzburg.de wenden.
- NORAD-Inititative - Network of Rare Adrenal disorders (Allolio, Badenhoop, Beuschlein, Bornstein, Fassnacht, Reincke, Wichmann)
Diese Initiative zielt auf die Etablierung einer gemeinsamen Register- und Biobankstruktur für vier seltene Erkrankungen der Nebenniere: Aldosteron-produzierendes Adenom, Adrenogenitales Syndrom, primäre Nebenniereninsuffizienz und Nebennierenkarzinom. NORAD nimmt dabei wesentliche Entwicklungen der Nebennierenendokrinologie in Deutschland auf und versucht, durch dieses Netzwerk die Fragmentierung des Forschungsgebietes zu überwinden. Die konkreten Forschungsprojekte des Programms umfassen alle Aspekte der Forschungs- und Entwicklungskette von der Grundlagenforschung bis hin zu einer klinischen Studie. Eine entscheidende strukturelle Komponente der zukünftigen Forschungsinfrastruktur besteht in einem zentralen Patientenregister mit einer komplementären Materialbank. Von diesen zentralen Strukturen werden eine große Anzahl assoziierter Projekte profitieren. Eine Förderung durch das BMBF wird angestrebt.
- ENS@T-Inititative (Allolio, Arlt, Fassnacht, Beuschlein, Hahner, Lehnert, Quinkler, Reincke)
The European Network for the Study of Adrenal Tumours ENS@T ist aus dem Zusammenschluss des französichen Netzwerkes COMETE und des italienischen Netzwerkes NISGAT entstanden und durch die Mitarbeit von deutschen Mitgliedern der GANIMED-Initiative (German Adrenal Network) und durch englische Mitarbeit verstärkt worden.
Ziele von ENS@T sind die Einigung auf Europäische Richtlinien zur Diagnostik, Datenerfassung und Tumorgewebeentnahme/-lagerung bei Phäochromozytom, Nebennierenkarzinom, primären Hyperaldosteronismus und nicht-aldosteron-produzierenden Nebennierenadenomen/adrenalen Inzidentalomen. Mittelfristiges Ziel ist es, die Vorraussetzungen für eine europäische Daten- und Tumorbank zu schaffen, die zukünftig den Austausch von Geweben, DNA, Serum und Daten zu Forschungszwecken ermöglichen soll.
In den vier Arbeitsgruppen wurden inzwischen die wesentlichen Voraussetzung für die standardisierte Gewebesammlung Datenerfassung geschaffen und die ersten Patienten eingeschlossen werden. Die Beantragung europäischer Förderprogramme ist in Vorbereitung.
Weitere Informationen finden sich unter www.ensat.org und www.ganimed-net.de.
Sprecher:
Prof. Dr. med. Felix Beuschlein
Klinikum der Universität München
Medizinische Klinik - Innenstadt
Schwerpunkt Endokrinologische Forschung
Ziemssenstr. 1
D-80336 München
Tel. (0)89 5160 2110
Fax (0)89 5160 4467
E-Mail felix.beuschlein@med.uni-muenchen.de
Beirat:
Prof. Dr. Bruno Allolio, Würzburg
Prof. Dr. Stefan Bornstein, Dresden
Priv. Doz. Dr. Sven Diederich, Berlin
Priv. Doz. Dr. Marcus Quinkler, Berlin
Prof. Dr. Matthias M. Weber, Mainz
Prof. Dr. Stefan Wudy, Gießen
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